Diese Geschichte liegt schon einige Jahre zurück, doch sie ist bis heute so lebendig als sei sie gestern passiert. Und wie ich meine liebe Freundin Anja kenne, wird sie noch ihren Enkeln davon berichten...

 

 „Simi hat die Geschichte mit Elvira erst letzte Woche wieder irgendwo erzählt“ berichtete mir Anja lächelnd, als ich sie fragte, ob ich Elvira auf meiner Seite veröffentlichen darf.

 

Elviras Geschichte ist ziemlich kurz, doch genau das ist es was sie ausmacht – man vergisst sie nicht und alle Beteiligten haben die Szene noch genau vor Augen – DEN Moment, als ich mir gerade die Kuchengabel mit dem Erdbeerboden in den Mund schieben wollte, als…

 

Zunächst einmal möchte ich kurz die anwesenden Personen vorstellen:

 

Anja. Sie nahm damals an einem meiner Seminare teil und wir mochten uns auf Anhieb.

Corinna. Schwester von Anja, ebenfalls Seminarteilnehmerin und genauso sympathisch.

Simi. Anjas damaliger Mann, inzwischen geschätzter Ex-Mann und Freund.

Eigentliche Hauptperson: Eine gerettete Zimmerpflanze aus dem Supermarkt.

Tja…und ich. Christina.

 

Anja, Corinna und mich verbindet neben einer inzwischen lieben Freundschaft der Feldweg zwischen Steinbach und Stoppel. Kurze Distanz, starke Anziehungskraft - und so kam es, dass ich eines Tages am gedeckten Kaffeetisch bei Anja saß. Wie gesagt – es gab Erdbeerboden. Zu meiner Linken stand ein sehr armseliges, undefinierbares Pflänzchen. Es hatte einen dünnen Stängel und große Blätter, die an Kopfsalat erinnerten. Direkt neben der Pflanze endete die runde Lehne der Couch. All das erwähne ich im Vorfeld, weil es am Ende der Geschichte wichtig wird.

 

Bevor wir uns dem Kuchen widmeten, gab’s viel zu erzählen. Schließlich sind wir Frauen. Beziehungsweise Frauen in der Überzahl. Wir redeten über dies und das und irgendwann erzählte Anja, dass sie die arme Pflanze links von mir kürzlich, fast blätterlos und sterbend, aus einem Supermarkt gerettet hatte. Sie berichtete mir von ihrer Liebe zu Pflanzen und dass sie sich gerne um genau die kümmert, die Andere auf den Müll werfen. Die Pflanze war also aktuell im Gespräch, als wir mit unserem Kaffeekränzchen anfangen wollten.

 

Gerade mein erstes Stück Erdbeerboden auf der Gabel (und den Mund schon offen) vernahm ich von LINKS überaus deutlich eine Stimme mit den Worten: „ES GIBT HIER EINE ELVIRA!“

 

Ich machte den Mund wieder zu, legte die Kuchengabel wieder ab und fragte: „Gibt’s hier eine ELVIRA?

 

Alle anderen legten ebenfalls die Kuchengabel wieder ab, schauten sich ungläubig an - schauten MICH ungläubig an - schauten wieder SICH ungläubig an - und fingen an laut zu lachen.

 

Ich guckte (mit Sicherheit) ziemlich dämlich und sagte: HÄÄÄÄÄ??????????

 

Als mich irgendjemand fragte wie ich darauf käme antwortete ich, noch immer die Kuchengabel in der Hand: „Das hat die Pflanze gerade gesagt. Die Stimme kam eindeutig von links.“

 

ALLE LACHTEN. …und Anja klärte mich auf.

 

Simi ist Bosnier und er telefonierte damals regelmäßig mit seinem Bruder, der in Bosnien lebte.

 

Dabei saß er mit dem Telefon  IMMER gemütlich an der Ecke der Couch, DIREKT neben der Pflanze!

 

…Simis Bruder heißt ELVIRE!

 

…dank dieser Geschichte heißt er jetzt eigentlich nur noch ELVIRA!

 

Pflanzen leben und was lebt ist beseelt! Alles was beseelt ist kommuniziert mit uns, wenn wir uns öffnen und in Liebe mit unserer Umwelt, mit Anderen und mit uns selbst sind. Dank Anja lebt diese Pflanze heute noch – und ratet mal wie sie heißt!

 

Ich danke Anja, Corinna und Simi dass ich diese Geschichte veröffentlichen durfte!