Die 5 Pappeln

Gewidmet allen Baum- und Pflanzenwesen und den Menschen, die nicht daran zweifeln, dass Bäume und Pflanzen fühlende Mitgeschöpfe sind.

Es war Oktober 2007, als ich nichtsdenkend im Auto saß und mich gerade auf dem Weg zurück nachhause befand. Ich fuhr in eine Ortschaft, in der schon immer, soweit ich mich zurückerinnern kann, an einem kleinen Bachlauf fünf riesengroße, wunderschöne Pappeln standen. In exakt dem Moment, als ich an diesem Tag dort entlang fuhr, hielt am linken Fahrbahnrand, vor genau diesen fünf Pappeln, ein orangefarbenes Fahrzeug der zuständigen Gemeinde. Ein Mann stieg aus. Weiter nichts. Ich weiß noch genau wie ich dachte (um im Nachhinein schmerzhaft daran erinnert zu werden, dass "denken an sich" wohl nicht zu den Eigenschaften gehört, die ich zu meinen Stärken zählen sollte...): "Bestimmt werden die Bäume jetzt im Herbst zurückgeschnitten, damit sie im Frühjahr neu treiben können!" Ich hatte diesen Gedanken noch nicht oder gerade zu Ende gedacht, als ich vor meinem geistigen Auge einen riesengroßen, smaragdgrünen, glitzernden Strudel wahrnahm, verbunden mit einem heftigen Druck zwischen meinen physischen Augen. Zeitgleich vernahm ich eine nicht zu überhörende, tiefe, donnernde, männliche Stimme mit einem hallenden Vibrato, die ganz langsam und überaus deutlich grollte, flehte!: "Hiiiiiilfeeee, sie werden uns uuuuuuuumbriiiiiiiingeeeeeen!!!" In diesem Moment wusste ich genau, es war der Baumgeist, der da verzweifelt um Hilfe rief. Mit einem dicken Kloß im Hals und Tränen in den Augen klammerte ich mich am Lenkrad fest und rief mir ins Gedächtnis, dass ich mich gerade in einem fahrenden Auto befand, mittlerweile wieder auf der Landstraße, und ich war der Fahrer! Wenn ich also lebend zuhause ankommen wollte, wäre es nun an der Zeit mich zusammenzureißen! Als ich mich endlich wieder gefasst hatte quälte mich die große Frage: WAS NUN??? Wie immer, wenn ich mir für den  Moment nicht zu helfen weiß, bat ich die Engel um Hilfe und übergab ihnen diese Vision, in vollem Vertrauen auf ihre Kräfte. Den Bäumen schickte ich Liebe aus meinem ganzen Herzen und erklärte ihnen, dass ich in dieser Angelegenheit machtlos wäre. Ich sendete ihnen mental ein Bild, wie ich als Verrückte von Sicherheitsbeamten aus der Gemeindeverwaltung geschleppt wurde, weil ich total verheult im Büro des Bürgermeisters aufkreuzte um diesem weißzumachen, dass fünf Pappeln in einem Ortsteil der Gemeinde Angst hätten, umgebracht zu werden, was ich widerum deshalb so genau wissen würde, weil sie es mir selbst gesagt hätten...

Für so manchen engagierten Tier- oder Umweltschützer mag sich das nun vielleicht feige und konfliktscheu anhören -  doch ich habe im Laufe der Jahre aus so mancher  Erfahrung schmerzhaft gelernt. Ein Teil meiner Lektion lehrte mich zum Beispiel, NICHT JEDEM ALLES auf die Nase zu binden. Leider ist es so, dass man sich mit Geschichten wie dieser in der Öffentlichkeit auf dünnem Eis bewegt, erst Recht wenn irgendwelche Behörden dahinterstecken. Solche Erfahrungen teile ich mit denen, die mich verstehen und die an mich glauben -
oder ich überlege mir, sie auf meiner Homepage zu veröffentlichen, egal was der Rest der Welt von mir denkt^^

Doch wie ging die Geschichte aus? Als ich am nächsten Tag die gleiche Strecke entlangfuhr, standen anstatt der fünf wunderschönen Pappeln nur noch fünf lange, traurige Stämme an diesem Ort.  Am übernächsten Tag lagen sie lang auf der Wiese neben ihrem Bächlein, um anschließend in kleine Stücke zersägt zu werden. Brennholz... Ich schickte Licht und Liebe und sagte Lebewohl... lasst los, geliebte Wesen...

Mit dieser wahren Geschichte wünsche ich mir, dass wir Menschen auch unseren Bäumen und Pflanzen höhere Achtung und Respekt entgegenbringen.