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Baghira und ich

Einen kurzen Einblick in unser Zusammenleben und wie wir im Alltag miteinander kommunizieren, möchten meine Katzenfreundin Baghira und ich all denen geben, die sich auch eine solche Kommunikation unter Freunden wünschen oder denen, die solche Erlebnisse teilen, und natürlich allen, die diese Geschichte gerne lesen möchten.

 

An einem ganz alltäglichen Tag, der auch jeder andere hätte sein können, machte Baghira auf ihr Persönchen aufmerksam. Sie strich mir um die Beine, schnurrte laut und schaute mich unvermittelt an. Ich fragte sie, ob sie mir etwas wichtiges mitteilen möchte, worauf hin ich folgende sehr deutliche, klare Botschaft empfing: "Nein, ich möchte einfach nur bei dir sein." Ich freute mich über diese lieben Worte, und mir ging wieder einmal mehr das Herz auf - wie schön sie doch ist, wie froh ich bin, sie bei mir zu haben.

 

Den ganzen Tag folgte mir Baghira auf Schritt und Tritt: Zum Baby wickeln, in den Keller, auf die Toilette. Überall wo ich war, war auch Baghira. Setzte ich mich auf einen Stuhl, sprang sie mir auf den Schoß und schnurrte, setzte ich mich auf die Couch, so saß sie sofort neben mir.

 

So war es auch, als ich Mittags beschloss, mich hinzulegen und zu ruhen, solange meine beiden Kinder auch ihr Nickerchen machten. Ich legte mich also auf mein Bett. Baghira fand die Idee prima, hüpfte ebenfalls aufs Bett und nahm laut schnurrend die Bettdecke in Beschlag. Wohlig fing sie an zu treteln. Ich schickte ihr mental den Gedanken, dass ich mich freuen würde, wenn sie sich auf meinen Bauch legt, die Pfoten auf meine Brust, und mich anschaut, damit ich sie auch sehen kann, weil sie doch so schön ist. Augenblicklich kam sie meiner Bitte nach, setzte sich allerdings auf meinen Bauch und tretelte mit spitzen Krallen. Dabei schaute sie mich intensiv an. Ich sendete ihr den Gedanken von dem Schmerz ihrer spitzen Krallen auf meiner Haut. Mental erklärte ich ihr, dass ich nicht das dicke Fell einer Katze habe, sondern lediglich ein dünnes T-Shirt und ganz weiche Haut darunter, ohne Fell. Baghira verstand sofort, sendete mir ein "oooh, Entschuldigung", hörte auf zu treteln und legte sich auf meinen Bauch, die Pfoten auf meine Brust und schaute mich an. Ich bedankte mich bei ihr, und wir redeten über dies und das. Nach einiger Zeit drehte sie sich um, lag nun mit ihrem Hinterteil zu mir und schaute Richtung Tür. Als ich sie fragte, warum sie sich plötzlich umgedreht habe, erklärte sie mir, sie müsse schließlich die Tür im Auge behalten, denn es könnte jemand hereinkommen. Daraufhin sendete ich ihr den Gedanken, dass ganz bestimmt keiner kommt, da wir ganz allein im Haus sind, und die Kinder in ihren Betten liegen. Als Antwort erhielt ich prompt: "Ich bin eine Katze, und als Katze ist man immer auf der Hut, denn man kann nie wissen. In der Natur kann Unachtsamkeit das Leben kosten!" So, nun wusste ich es. Und sie hat Recht. Eine Katze bleibt immer eine Katze, auch wenn sie im Bett liegt Zwinkernd. So wie sie nun allerdings da lag, drückte mir ihr rechtes Hinterbein wie ein kleiner Knochen unangenehm in den Bauch. Mental zupfte ich an diesem Bein, mit der Bitte, es umzulagern. Auch dieser Bitte kam Baghira augenblicklich nach, und legte ihr Bein so, dass es für uns beide bequem war. Wenige Minuten später erwachte meine kleine Tochter aus ihrem Schläfchen und fing an zu jammern. Noch bevor ich den Gedanken senden konnte, Baghira zu bitten aufzustehen, damit auch ich aufstehen kann, weil ich mich um mein Kind kümmern muss,  hüpfte sie bereits vom Bett herunter mit den Worten "Pause zu Ende". Ganz selbstverständlich machte sie "Platz" für jemand anderen, weil sie versteht. Ich dankte ihr für all ihre Gesten und ihr Verständnis und fühlte ein solch starkes Band der Liebe zwischen uns, dass es nicht in Worte zu fassen ist.

 

In diesem Moment wurde mir wiedereinmal voller Demut bewusst, dass unsere Tiere so etwas besonderes sind, so etwas wertvolles. Sie sind auf uns, den Menschen, ganz und gar angewiesen. Sie leben das Leben, was wir ihnen bieten. Die meisten Tiere sind nicht so frei wie eine Katze, die einem alten Heim den Rücken zukehren kann, wenn sie dort nicht mehr bleiben möchte. Jeden Tag müssen unsere Tiere Kompromisse eingehen, bei denen sie selbst auf der Strecke bleiben. Denkt mal darüber nach...